Konvoi Nummer 9 und Sachspenden

9. April 2022

Kleine Schritte, trotzdem Wirkung.

Unser inzwischen neunter Konvoi startete am Freitag, dem 01.04. gegen 18 Uhr in Brandenburg. Die zwei Kleinbusse erreichten bereits um 2:30 Uhr die polnische Grenze und nutzten die Wartezeit, um auf den Klappbetten im Flüchtlingszentrum von Korzcowa ein wenig Energie zu tanken. Denn auch hier, in den großen Lagerhallen direkt an der A4, kehrt um diese Zeit etwas Ruhe ein. Dort, wo sonst Textilien großer Modeketten lagern, schlafen jetzt die Menschen, die in den vergangenen Tagen vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. Meistens zieht das hektische Leben gegen 7 Uhr wieder ein.


Während sich unsere Fahrer auf dem Weg Richtung ukrainische Grenze machten, nahmen fast zeitgleich 30 Leute die Einladung der SG Dynamo Dresden wahr und besuchten das Heimspiel der SGD gegen den FC Schalke 04 im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion. Die Gruppe, bestehend aus Helfern, Gastfamilien und Geflüchteten, nutzte die Einladung als willkommene Ablenkung von den Geschehnissen der letzten Wochen. Auch wenn es für Dynamo am Ende nicht zum wichtigen „Dreier“ im Abstiegskampf reichte, war das Spiel für diejenigen, die die SGD noch nie live erleben durften, ein eindrucksvolles Erlebnis – Danke dafür an den Verein!

Unser Konvoi musste unterdessen am Samstag bis 13:30 warten, um Personen zu finden, die mit uns mitkommen wollten. Der Trend, dass die Menschen aus der Ukraine immer vorsichtiger werden und den Mitfahrangeboten nicht trauen, setzte sich auch heute fort. Der Registrierungsprozess, bei dem Fahrer und Mitfahrer die Personalien an die polnische Polizei übergeben, konnte auch hier nur teilweise für Beruhigung sorgen. Gegen 14:30 waren unsere Busse dann aber mit voller Auslastung auf dem Rückweg und konnten immerhin 9 Menschen die Weiterreise nach Deutschland ermöglichen. Drei von ihnen konnten wir dauerhaft in Sachsen unterbringen, der Rest reiste wie geplant weiter oder wurde von Bekannten abgeholt.

Neben dem Personen-Transport sammeln wir auch weiterhin zielgerichtet Sachspenden, um diese direkt in die Ukraine zu liefern. So wurde unter der Woche ein weiterer Sachspendentransport auf dem Weg gebracht. In Meerane konnten unter anderem Notstromaggregate und pneumatische Scheren verladen werden, die in der Ukraine dringend benötigt werden.

Die Lage ist nach wie vor ernst. Wir bitten weiterhin um Sach- und Geldspenden, um die Menschen in der Ukraine direkt unterstützen zu können. Zum Ende der Woche erreichten uns außerdem neue Meldungen über Evakuierungen ganzer Städte in der Ostukraine, die dafür sorgen werden, dass wieder deutlich mehr Menschen über die Grenze kommen. Für diese Menschen suchen wir weiter Unterkünfte. Deshalb der dringende Appell: meldet euch, wenn ihr Platz für die Menschen habt. Ihr werdet nicht allein gelassen. Im Gegenteil – wir helfen euch bei Behördengängen. Sprecht uns bei Fragen dazu einfach an, schreibt eine Mail oder meldet euch über das Fanprojekt Dresden.

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