Ein ganzes Leben in einer Plastiktüte

Dieser Bericht stammt von Mario, einem der Busfahrer und Mitorganisatoren der Busaktion, die wir gemeinsam mit dem Team der Deutschen Post aus Ottendorf-Okrilla unternommen haben.

Es ist Freitag, der 18. März, 2022, gegen 16 Uhr, in Dresden. Gleich werden sich einige Menschen treffen, die sich vor einer Woche, vor einem Tag noch nicht kannten.

Was alle vereint? Sie sind Teil eines Netzwerkes, das innerhalb kürzester Zeit gewachsen ist. Alle haben das gleiche Ziel. Hilfe für die Menschen und Tiere in der Ukraine.

Eine Woche vorher: Ich unterhalte mich mit meinem Kollegen Peter von der Abt. 31. Er möchte gerne Hilfe leisten für die Geflüchteten aus der Ukraine und bat deshalb die NLL des BZ 01 um Hilfe und finanzielle Unterstützung.

Die Rede war von drei kleinen Autos, die Hilfsgüter in die Ukraine bringen und auf dem Rückweg eventuell Geflüchtete mit nach Deutschland nehmen sollten. Es war nur ein kurzes, flüchtiges Gespräch.Dann kam die Zusage über die finanzielle Unterstützung durch unsere Niederlassung. Jetzt wurde ich sehr hellhörig. Privat besitze ich einen Busführerschein, und mit dieser zugesicherten Summe konnte man doch viel effizienter helfen, so mein erster Gedanke.

Die Gespräche begannen sich nun zu vertiefen und Peter und ich redeten uns sehr in diese Sache hinein. Uns beiden war klar, dass wir da nicht mehr herauskommen würden.Wenige Minuten später stand  fest, dass wir handeln werden. Den Worten sollten Taten folgen. Aber wo sollten wir anfangen? Hatten wir jetzt wirklich die wahnwitzige Idee, knapp 50 Flüchtlinge an der Grenze abzuholen?Ja, hatten wir. Die Zeitvorgabe für die Planung betrug genau eine Woche. Es war ein hoch gestecktes Ziel. Wir fingen zunächst an, dieses „Projekt“ zu kommunizieren. Welche Dinge sollten wir in Richtung Ukraine befördern, was wird am dringendsten benötigt?

Wir informierten uns zunächst im Internet und sprachen mit unseren Freunden.  Ungefähr sechs Tonnen Zuladung müssen erst einmal organisiert werden und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.Schnell war klar, dass noch mehr Leute ins Team müssen. Peter bekommt nun langsam Schweißperlen auf der Stirn. Wir realisieren nach einem Tag, dass wir gerade riesige Dinge zu organisieren haben. Haben wir uns da gerade nicht ein wenig übernommen? Zweifel schon nach einem Tag?

Ja, und sie waren berechtigt. Aber aufgeben war keine Option. Also dann Augen zu und durch: nach Lösungen suchen! Das klappt ja sonst auch immer, warum nicht diesmal? Wir wussten aber, dass die Organisation viel Zeit benötigen würde. Peter hat sich nun mittlerweile entschlossen, dafür eine Woche Urlaub zu nehmen. Schließlich muss man ja auch Prioritäten setzen. Ab diesem Zeitpunkt war er ein wenig entspannter. Zum Glück ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand, welche Logistik wir noch zu stemmen haben würden.

Jetzt musste zunächst der Transport der Hilfsgüter organisiert werden. Also musste dafür die Werbetrommel gerührt werden. Im Briefzentrum, beim Tierarzt und natürlich bei unseren Mitarbeitern selbst. Alles nahm langsam Fahrt auf, allerdings verbunden mit viel Zeit für die Organisation.

Kurzer Rückblick: Eine Woche vorher war ich bereits bei einer Verladeaktion für Tierfutter in Dresden beim Tierarzt Dr. Vockert. Einige Fans von Dynamo Dresden waren auch dort. Sehr gut zu erkennen an der einheitlichen Kleidung. Wir kamen langsam ins Gespräch. Diese Fans dieser Sportgemeinschaft waren bereits sehr gut in einem Netzwerk organisiert. Mein Gedanke: Man kann ja mal fragen, ob sie auch woanders mit anpacken würden? Zack, hatten wir den ersten Kontakt – und von nun an auch Peter sehr viel Arbeit.

Wir machten uns daran, den Kontakt auszubauen, und redeten beide über die jeweiligen Stärken. Wir fanden viele gemeinsame Dinge, mit denen wir uns helfen konnten.

Ein gemeinsamer Nenner waren die Farben Schwarz-Gelb.

Deutsche Post, die Schwarz-Gelben von Dynamo und die Farbe Gelb in der Ukrainischen Nationalflagge. Besser ging es ja nun nicht mehr. Nun stürzten wir uns in die Wochenaufgabe. Transport von Hilfsgütern in die Ukraine und Rücktransport von Geflüchteten bei möglichst hoher Auslastung.

Eine Woche mit hunderten Telefonaten und Aufrufen zu Spenden begann nun. Peter hat sich bestimmt mehr als einmal gewünscht, dass dieses erste Gespräch nie stattgefunden hätte. Aber der Stein fing  an zu rollen.

Eine Woche später, am besagten 18.03.2022: Drei Busfahrer, eine Dolmetscherin, ein Mitglied von Support UA und eine weitere Begleitperson treffen sich am Busdepot in Dresden. Erste Anfahrstelle ist die Tierarztpraxis Dr. Vockert in Dresden. Eine weitere Kollegin unserer Abteilung ist dort mit ihren Tieren Patientin. Durch sie erfuhren wir von der Notwendigkeit der Transportleistung. Die Praxis hatte im Vorfeld zu Spenden aufgerufen. Die Spendenbereitschaft war so überwältigend, dass die bereits gebuchten Transporte nicht ausreichend waren. 15 Minuten später stehen wir mit dem Reisebus vor der Praxis. Ungefähr 15 Helfer erwarten uns bereits. Das war schon mal super organisiert.

Stunden vorher musste Tiernahrung in stapelfähige Kartons verpackt werden. Hier hat meine Kollegin Uta volle Arbeit geleistet und alles organisiert. Jahrelanges postalisches Knowhow konnte nun eingebracht werden und wurde mit dem Praxisteam und Helfern sofort umgesetzt. Die Verladung von gefühlten fünf Tonnen Tiernahrung dauerte nur ungefähr 20 Minuten. Im Fahrgastraum türmten sich die Kartons mit Tierfutter. Hoffentlich bekommen wir keinen Ärger, waren dabei meine Gedanken. Erlaubt ist das eigentlich nicht. Aber es war eine Notsituation und für eine gute Sache. Nach einem sehr kurzen Gespräch mit dem Tierarzt und einem Gruppenbild schlossen sich auch schon die Türen und der Bus war Richtung Briefzentrum Ottendorf-Okrilla unterwegs.

Dort warteten bereits fünf BZ-Wagen voller Decken und medizinischem Material auf uns. Und Peter war zwischenzeitlich auch noch mit einem Fahrzeug der Deutschen Post zum Testzentrum in Radeberg unterwegs und holte von dort Hilfsgüter ab. Jetzt bekam auch ich Schweißperlen im Gesicht. Wie sollen wir das alles noch transportieren? Die Aufsicht im Briefzentrum organisierte uns noch einige Helfer aus der Abt. 31 des Briefzentrums. Durch dieses gemeinsame Anpacken dauerte die weitere Verladung nur 20 Minuten, und ein mehr als voller Bus stand für die Abfahrt an die Grenze zur Ukraine bereit.

Eine berührende Situation hatten wir bereits jetzt. Wir wurden von Support UA gebeten, eine kleine Familie (Oma, Mutter, Kleinkind und ein Riesenteddy namens Mischa) wieder an die Grenze zur Ukraine zu bringen. Vor lauter Heimweh konnten sie es leider nicht in Deutschland aushalten. Eine kurze Verabschiedung später ging es endlich los. Niemand wusste, auf was wir uns eingelassen hatten. Unsere Fahrt zur polnisch-ukrainischen Grenze nach Medyka dauerte nur neun Stunden. So langsam realisierten wir die Entfernung. Nur neun Fahrtstunden von uns entfernt herrscht Krieg!

Aber wir wischten diesen Gedanken beiseite und konzentrierten uns auf die uns gestellte Aufgabe. Zunächst fuhren wir zu einem Auffanglager für Geflüchtete. Dort wurden wir, dank der sehr guten Organisation vonseiten Support UA, um halb vier morgens bei minus 6 Grad Celsius bereits erwartet. Die hiesige Feuerwehr stand bereit, um unseren Transport zu entladen. Das geschah innerhalb von 15 Minuten.

Wir durften uns ein erstes Bild von der Lagerhalle machen. Alles war sehr gut geordnet. Hier trafen wir Philipp aus Leverkusen. Er ist sozusagen der selbst ernannte Niederlassungsleiter und koordiniert das Vorratslager. Einer von vielen Freiwilligen, die momentan selbstlos in der Ukraine helfen.

Ich war zunächst geschockt und zugleich auch berührt über die Dinge, die ich gleich nach meiner Ankunft gesehen habe. Im Fernsehen scheint alles so weit weg. Und nun sind wir tatsächlich hier. In einer Lagerhalle mit allen möglichen Gütern, die Geflüchtete benötigen. Geschockt darüber, dass wir nun in der Realität angekommen sind. Von nun an ist es kein Fernsehen mehr. Und zeitgleich waren wir berührt von der Spendenbereitschaft all jener Menschen, die den Ukrainern Unterstützung leisten. Dann wechselten wir noch einige Worte mit Philipp. Seine roten Augen waren sehr von Schlafmangel gezeichnet. Immer wenn ein Transport eintrifft, steht er parat. Er fragt nicht, wie spät es gerade ist. Er ist einfach da. Wir verneigen uns vor ihm. Er ist in dem Moment aber auch wütend. Er zeigt auf die teilweise leeren Flächen der Halle. Hier sollten eigentlich Lebensmittel  lagern. Tatsächlich sehen wir nur wenige Kartons. Ein eklatanter Mangel und auch beängstigend für uns. Wir haben zum Glück neben einigen Lebensmitteln, die wir mit an die Grenze genommen haben, auch Verpflegung an Bord des Busses für die Rückfahrt. Damit können wir zunächst 50 Personen helfen.

Philipp führt uns auch vor Augen, dass es  für uns in Deutschland selbstverständlich ist, mal kurz zum Kühlschrank zu gehen und etwas zu Essen zu holen. Ganz vielen Flüchtlingen ist das nun nicht mehr möglich – und sie haben tatsächlich Hunger. Und das in Europa. Mir vergeht gerade jeglicher Appetit. Philipp bittet uns noch einmal eindringlich darum, in Deutschland auf diese Zustände aufmerksam zu machen. Sie brauchen dringend haltbare Lebensmittel. Mit dieser Botschaft verabschieden wir uns von Philipp, und versprechen ihm, dass wir wiederkommen werden.

Wir setzen unsere Fahrt  fort. Diese ersten Eindrücke haben uns jetzt schon geprägt. Es geht nur rund 500 Meter weiter zu einem improvisierten Tierheim der polnischen Stiftung Centaurus. Es ist ein schnell errichtetes Containerdorf, ein Auffanglager für Tiere. Hier kommen Hunde und Katzen an, die aus der Ukraine gerettet werden konnten. Zugleich funktioniert der Ort als Umschlaglager für Tiernahrung und Tiere.

Ein anderer Konvoi kommt zeitgleich mit uns an, einige Helfer sind vor Ort, sie schlafen in ihren Autos. Es ist immer noch dunkel, ein riesiger Vollmond und einige Strahler erhellen die Szenerie. In den Container bellen Hunde. Und auch wir sind voller Adrenalin, niemand denkt ans Schlafen. Wir fahren bis an die Vorratscontainer heran. Die Tür vom Bus öffnet sich. Wir können die Geräusche kaum ertragen. Hunde und Katzen sind bei strengem Frost in Containern untergebracht und weinen die ganze Zeit. Diese Tiere wurden erst einmal gerettet und müssen nun einige Zeit in den Containern ausharren. Neben der Kälte und Dunkelheit die Stimmen von fremden Menschen. Für die Tiere Stress pur, aber zumindest sind sie sicher und werden versorgt. Auch ein Tierarzt aus Oberbayern, der einfach nur helfen will, ist mit dem morgendlichen Konvoi eingetroffen. Bereits durchgefrorene Helfer warteten auf uns. Es wird nicht gefragt, sondern einfach gleich mit angepackt, als wir unsere Ladeklappen öffneten. Über 200 Säcke und Kartons mit Futter verlassen innerhalb kürzester Zeit den Bus. Klasse Teamleistung. Wieder mal. Es macht uns stolz, Teil dieser Hilfe sein zu können. Wir hören verschiedene Sprachen, verstehen allerdings auch nicht jede. Eine Geste später, und alle wissen was zu tun ist. Auch hier erfahren wir wieder, dass alles in Eigeninitiative organisiert wird. Staatliche Organisationen sehen wir nicht.

Wir machen eine kleine Pause. Ab 5 Uhr wird es sehr hektisch. Im Minutentakt kommen nun Fahrzeuge an. Wir sehen viele internationale Kennzeichen. Die Fahrer sehen sehr müde aus, sind wahrscheinlich auch froh darüber, endlich das Ziel erreicht zu haben. Wir würden gerne noch Tiere mit nach Deutschland nehmen. Swetlana ist die Nachtchefin. Sie ist noch nicht lange hier und kennt sich noch nicht so gut aus. Deshalb kann sie uns leider nicht einfach so Tiere mit nach Deutschland geben. Wir verstehen das, geben ihr aber auch den Hinweis, dass wir sicherlich wiederkommen werden. Dann klappt es bestimmt.

Unser Organisator von Support UA hat schon das nächste Ziel im Blick. Kurzer Fahrerwechsel, und es geht weiter. Eigentlich sollten die beiden anderen Fahrer immer schlafen, aber daran ist momentan nicht zu denken. Gleich nehmen wir die ersten Menschen in den Bus auf. Wir melden uns bei der Koordinationsstelle an, und schon nach wenigen Minuten kommen die ersten Frauen und Kinder in den Bus. Sie sehen müde aus, teilweise blicken wir in leere Gesichter. Viele haben nur eine Plastiktüte bei sich, einige überhaupt keine Sachen. Eine Plastiktüte, eine einzige! Darin ist alles, was sie noch besitzen. Wir realisieren die Situation und wir bekommen Gänsehaut. Flüchtlinge kennen wir nur aus dem Fernsehen. Und nun stehen uns Menschen gegenüber, die noch vor drei Wochen ein normales Leben führten und binnen weniger Tage alles verloren haben.

Die Mütter, Kinder und Großmütter sind gerade aufgestanden und betreten nun den Bus. „Geli“, unsere Übersetzerin, kann zum Glück gleich das Eis brechen. Hier spricht jemand unsere Sprache, denken sich bestimmt die Mütter. Innerhalb von einigen Minuten haben wir etwas mehr als zehn Personen an Bord genommen. Die Zeit drängt ein wenig, wir wollen noch zu zwei anderen Schulen fahren, in Przemyśl, rund 15 Kilometer entfernt. Support UA hat zum Glück alles sehr gut organisiert.

Es ist still im Bus. Die Menschen wissen überhaupt nicht, was sie erwartet. Und wir wissen es zum Glück auch noch nicht. Knapp 30 Minuten später stehen wir vor einer Grundschule. Die gleiche Situation wieder. Wir müssen warten. Doch dann steigen neue Menschen zu. Menschen, die seit Tagen auf der Flucht sind. Dasselbe wiederholt sich einen Katzensprung weiter an einer anderen Schule. Dann fahren wir einen zum Auffanglager umfunktionierten Supermarkt an. Dort warten wir eine halbe Stunde vergebens. Zu viele Flüchtende, zu wenig Helfer, die koordinieren. Was auf den ersten Blick wie deplatzierte Bürokratie anmutet, erschließt sich sofort, wenn man folgende Geschichte hört. Ein Mann bat Tage zuvor eine Transportmöglichkeit für eine Frau mit Kind an. Wenige Kilometer vom Lager entfernt stieß er die Mutter aus dem Auto und fuhr mit dem Kind weiter. Es ist ein Vorfall, der einem den Magen umdreht – und der die aufwändige Registrierung der vielen freiwilligen Fahrer und Transporte mehr als rechtfertigt. So sind es in Summe 24 Menschen auf dem Bus, und drei weitere, die dazugehören und mit dem eigenen PKW nach Dresden fahren.

Mission zunächst erfüllt, haben wir gedacht. Alle sind nun ein wenig müde und wir treten umgehend die Rückfahrt an. Ungefähr 800 Kilometer, rund zehn Stunden Fahrt liegen vor uns.

Ein paar der Kinder im Bus, aber die Mütter sind gezeichnet durch die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen. „Geli“ redet viel mit den Frauen und wir erfahren dadurch schlimme Dinge, die die Menschen erlebt haben in der Ukraine. Wir sind froh, auf dem Rückweg zu sein. Mehr als eine Träne fließt im Bus. Aber wir sind auch erleichtert , einige Menschen erst einmal in Sicherheit bringen zu können.

Nebenbei erhalten wir viele Nachrichten aus Deutschland. Support UA in Dresden versorgt uns fortlaufend mit Neuigkeiten. Dann der Schock. Unsere zugesagten Unterkünfte in Dresden sind weggebrochen. Kapazitäten sind erschöpft, Sammelunterkünfte, mit denen wir geplant hatten, nehmen niemanden mehr auf.

Da waren sie wieder – die Schweißperlen. Eine Sache stand für uns aber fest. Wir werden diese Menschen nicht von einem Lager in das nächste fahren. Also heißt es wieder, Kräfte bündeln und die Aufgabe lösen. Gefühlte 200 Anrufe werden nun mit vier Telefonen im Bus abgewickelt.

Das Unmögliche gelingt – dank der spontanen Hilfsbereitschaft von Menschen in Dresden und Umgebung. Innerhalb von drei Stunden ist es gelungen, Gastfamilien zu organisieren. Wir sind überwältigt von dieser Organisation und vor allem von der spontanen Hilfsbereitschaft der Gasthaushalte. Und wir sind auch wieder erleichtert. Was hätten wir sonst mit den Menschen machen sollen?

Wir fahren über die polnisch-deutsche Grenze. Einige Kinder lächeln. Nicht zum ersten Mal. Bereits in Burkau haben wir unseren ersten Halt. Hier verlassen die ersten beiden Frauen mit zwei Kindern den Bus. Einige Tränen müssen wir wegwischen. Wir sind froh, die ersten Menschen in Sicherheit und in guter Obhut zu wissen. Eine Stunde später kommen wir langsam übermüdet am Hauptbahnhof an. Hier warten zahlreiche Gastfamilien mit dem Auto auf uns.

Jetzt wird es noch einmal emotional, denn es heißt, Abschied nehmen. Die Kinder lächeln uns an und wir nehmen sie in den Arm. Dafür hat sich der ganze Einsatz wirklich gelohnt. Die Mütter bedanken sich bei uns, und „Geli“ spricht noch einige Worte zu ihnen. Sie werden hier gut betreut und natürlich auch weiterhin unterstützt bei den Behördengängen.

Unsere Mission ist erfüllt. Wir sind nun auch sehr müde. Jetzt stehen uns noch zwei Stunden Reinigung des Busses bevor. Aber auch daran haben wir bei der Organisation gedacht und es erwarten uns auch dort einige Helfer.

Zwei Tage später bekommen wir eine sehr emotionale Nachricht. Das Team von Support UA hat sich gemeldet. Sie wollten sich noch einmal für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bedanken mit den Leuten der Deutschen Post, und natürlich auch bei allen, die es ermöglicht haben, diese Aufgabe zu erfüllen.  Sie möchten gerne wieder mit uns fahren. Wir sind auf jeden Fall bereit dazu.

An dieser Stelle möchten wir uns bei der NLL für die finanzielle Unterstützung bedanken. Mit dieser kleinen Geschichte wollen wir zeigen, dass dieser zur Verfügung gestellte Betrag uns viele Dinge ermöglicht hat, mit denen wir helfen konnten. Vielen Dank von allen Helfern, auch von Support UA sowie der Tierarztpraxis Vockert. Wir konnten dadurch rund sechs Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine transportieren und 26 Frauen und Kindern sowie einem Familienvater eine gesicherte Rückfahrt nach Deutschland anbieten.

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